Babyschlaf im ersten Jahr. Ein kurzer Erfahrungsbericht und drei Tipps, um ruhig zu bleiben.

Und, wie sind die Nächte?

Kaum eine Frage bekamen wir als Neueltern häufiger gestellt. „Und wie sind die Nächte? Schläft es schon durch“. Hey seht ihr nicht unsere Augenringe. Direkt gefolgt von ganz vielen Tipps und gut gemeinten Ratschlägen. Gerade um das Thema Babyschlaf gibt es ganz viele Mythen, mit denen wir uns als frischgebackene Eltern auseinandersetzen mussten. Zusammen mit Marei von Elbfamilienglück sprechen wir über die Themen Babyschlaf und Schlafberatung.

Babyschlaf – was ist normal?

Tausende Fragen gehen Eltern im ersten Jahr durch den Kopf, wenn es um den Schlaf ihrer Kleinen geht.

  • Wie viel und wie lange schläft ein Baby am Tag?
  • Wie viel in der Nacht?
  • Ist es normal, dass mein Baby so oft aufwacht?
  • Warum weint mein Baby vor allem abends immer bevor es einschläft?
  • Warum kann ich mein Baby zum Schlafen nicht ablegen?
  • Mein Baby schläft nur in der Trage, Kinderwagen oder im Auto ein, ist das normal?

    Und das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die auch uns beschäftigt haben.

Alex’ Erfahrung – Babys schlafen total unterschiedlich.

Eins vorweg, alle Kinder sind unterschiedlich. Und auch Babys schlafen komplett unterschiedlich. Das merke ich jetzt bei meinen beiden Mädels. Während die Große als Baby überall einschlafen konnte, mehrfach sogar beim Spielen unterm Spielbogen, ist die Kleine nicht nur im Hinblick auf ihr Schlafverhalten ganz anders. Beispielweise ist sie bisher noch nie einfach so eingeschlafen. Sie schläft beim Stillen oder in der Trage ein. Wenn sie ganz müde ist, auch mal im Kinderwagen oder im Auto. Aber so wie die große Schwester einfach mal so – nein, das ist mit ihren acht Monaten noch nicht passiert. Dafür schläft sie von Anfang an länger und besser. Schon in den ersten Wochen hat sie dicht an mir gekuschelt zwei bis vier Stunden in der Nacht geschlafen. Und dann auch gerne morgens bis 8 Uhr. Schön während Corona – heute muss ich sie wecken, wenn es mit der großen Schwester Richtung Kita geht. Auch hatten wir bisher noch keine abendlichen Schreiphasen. Die hatten wir mit der Großen. Als hätten wir die Uhr danach gestellt, ging es so gegen 19 Uhr los. Tränen liefen. Wir trugen die Große abwechselnd durch die Wohnung. Waren da für sie. Einzig tragen, kuscheln und liebevolles Streicheln halfen ihr die Eindrücke des Tages verarbeiten zu können. Anfangs überfragt, realisierten wir bald, dass Weinen in dem Alter die einzige Art der Kommunikation für sie ist und wie sie sich mitteilen kann.

Mareis Sicht auf den Babyschlaf.

Wie Alex schon schreibt, manche kommen bereits als gute Schläfer zur Welt und bleiben es, andere schlafen mit jedem Moment schlechter und manche hatten noch nie den Dreh raus, wie sie entspannt einschlafen können.

Dass Kinder in den ersten Wochen immer schwerer in den Schlaf finden und oft in den Abendstunden eine bis zwei Stunden weinen ist auch recht normal. Unsere Kleinen erleben immer mehr von ihrer Welt und dies müssen sie verarbeiten. Das tun sie dann oft durchs Weinen. Es ist ihre Art uns von ihren Sorgen zu erzählen. Für uns Erwachsenen bedeutet das Weinen oft Stress, denn man möchte so gerne helfen. Wer will schon, dass sein Kind leidet?

Wir stillen, kuscheln, tragen, stillen mehr, wippen, hopsen, laufen. Und fragen uns ständig: Was hat mein Kind nur? Bauchweh? Zähne? Verspannungen? Wir versuchen mal dies, mal das und sind froh, wenn unser Kind stillend auf dem Pezziball einschläft.

Manchmal brauchen das unsere Kleinen. Manchmal entwickeln wir dadurch aber auch Gewohnheiten und trauen uns nicht mehr, weniger zu machen. Und dadurch entsteht oft langfristig ein Problem. Denn ein Baby von sechs Monaten in den Schlaf zu tragen, geht vielleicht noch. Ein Jahr später wird das aber schon ganz schön anstrengend.

Die Nächte werden besser.

In der Regel wird das Weinen mit ca. drei Monaten besser. Mein Tipp an frische Eltern: Hört eurem Kind zu. Gebt ihm ruhig auch mal fünf Minuten in euren Armen, um sich auszuweinen. Seid dabei immer für euer Baby da. Und ganz wichtig, bleibt bei euch. Atmet tief ein und aus. Achtet darauf, dass ihr selbst entspannt bleibt. Tut euch etwas Gutes. Denn sonst entsteht schnell ein Teufelskreis von Unzufriedenheit, Hilflosigkeit und Erschöpfung. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem eine Beratung hilfreich sein kann. Gemeinsam gucken wir dann, was ihr verändern könnt, damit euer Kind leichter den Weg in den Schlaf findet. Und auch, was ihr für Kraftquellen braucht, um diesen Weg zu gehen. Aber bitte nicht verwechseln! Eine Schlafberatung ist nicht immer ein Schlaftraining! Denn Kinder sollten mit ihren Gefühlen und Problemen nicht allein gelassen werden. Weder am Tag noch in der Nacht.

Hier 3 Tipps von Marei, wie ihr gar nicht erst eine Schlafberatung braucht:

  1. Gebt eurem Kind die Hilfe, die es beim Einschlafen braucht. Nähe, Wärme und Liebe. Schaut aber auch regelmäßig, ob es noch wichtig ist den Kinderwagen ohne Ende hin und her zu schreiben. Vielleicht klappt es auch mal mit Anhalten.
  2. Entscheidet für den Moment. Habt keinen Stress damit, was vielleicht für die Zukunft doof sein könnte. Dein Baby braucht heute mehr Hilfe. Dann soll es die bekommen. Und jede Gewohnheit lässt sich auch wieder verändern.
  3. Bleibt bei Euch. Schaut nicht ständig darauf, wie das Kind von der Freundin schläft oder was eure Schwiegermutter empfiehlt. Macht das, was dir und deiner Familie gut tut.

Mehr über Marei und Elbfamilienglück könnt ihr hier lesen.

Marei Theunert
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